Israel

Unsere Konzerte in Israel verliefen in zwei Bahnen. Da war zuerst Heidelberg und seine Partnerstadt Rehovot, und daraus entwickelte sich eine erste Reise mit Bachkantaten beim Festival in Abu Gosch.

Meinen eigenen Kontakt nach Israel verdanke ich, verdanken alle glücklichen Chormitglieder einem Manne: Yehuda Fickler. Er arbeitete in den 80er Jahren in der Alten Oper Frankfurt, dort habe ich ihn kennengelernt. Wir musizierten im großen Saal eine Aufführung des Deutschen Requiem von Johannes Brahms, und zwischen die Nummern 4 und 5 setzen wir das erschütternde „Ein Überlebender aus Warschau“ von Arnold Schönberg.

Genau diese Kombination wünschte sich Yehuda für drei Konzerte im Mann-Auditorium zu Tel Aviv. Es war 1993, der Jahrestag der Zerstörung des Warschauer Ghettos – und als Botschafter aus Deutschland sollten meine drei Chöre zusammen mit dem Israel Philharmonic Orchestra auftreten. Man kann sich den logistischen Aufwand vorstellen,  mit weit mehr als 100 ChoristInnen und einem begleitenden Fernsehteam ins Heilige Land aufzubrechen.

Worte können nicht beschreiben, was das bedeutete – wir Deutschen mit einem iraelischen Orchester, einem israelischen Schauspieler. Beifall ist das Wenigste, was da zählt.

Alexandra Coku und Peter Lika waren die wunderbaren Gesangsolisten, Samuel Segal (ein in Israel höchst populärer Volksschauspieler) der Rezitator bei Schönberg.

Noch dreimal waren wir danach in Jerusalem, Haifa und Tel Aviv; wieder mit Bachkantaten, mit der Johannes-Passion, mit Bachs Magnificat, mit Motetten und mit Orchesterkonzerten.

„Halleluja 2000“ war unser letztes Projekt, vier Konzerte direkt nach Neujahr des neuen Millenium. Inzwischen hatte sich aus den drei Chören in Würzburg, Heidelberg und Frankfurt ein exzellenter Kammerchor gebildet, und nachdem der Name „Frank Heidelwürz“ sich nicht durchsetzen konnte, hieß dieses Ensemble „Cäcilia Vocale“.

Hier sammelten sich besonders engagierte SängerInnen, mit denen wir denkwürdige Konzerte in vielen Ländern gegeben haben.